Internationalismus

Die Toten von Lampedusa sind unvermeidlich. Wofür?

Die nachfolgenden Thesen sollen im Vortrag von Prof. Dr. Arian Schiffer-Nasserie begründet und bewiesen werden:

• Die toten Flüchtlinge sind – auch wenn es niemand so sagen will – für die ökonomischen Interessen der führenden Staaten und ihrer Unternehmen unvermeidlich. Sie sind als Teil der zivilen Opfer des EU-Projekts notwendig!

• Die Grenztoten sind nicht Opfer „gewissenloser Schleuserbanden“, die der Innenminister pressewirksam verantwortlich machen will, sondern sie sind die Folge einer effizienten Abriegelung der europäischen Außengrenzen, für die Deutschland entschlossen einsteht.

• Die Toten sind nicht Opfer „unserer aller“ Gleichgültigkeit und Ignoranz gegenüber dem Leid der Flüchtenden, wie dies Presse und Bundespräsident glauben machen wollen, sondern sie sind Produkte der ökonomischen, politischen und militärischen Erfolgsstrategie eines Staates, dem – allem Elend zum Trotz – die uneingeschränkte Loyalität der vierten Gewalt gilt.

• Die Toten bezeugen nicht das „Scheitern der europäischen Flüchtlingspolitik“, sondern sie sind Ausdruck erfolgreicher Grenzsicherung.

• Auch wenn es niemand so sagen will: Die öffentlich zur Schau gestellte Betroffenheit dient nicht den toten Flüchtlingen – wie sollte sie auch! Scham und Trauer gelten dem Ansehen des europäischen Staatenbündnisses, seiner Parteigänger und seiner Werte.

Wir hoffen auf ein rege Diskussion im Anschluß.

17. Juni, 19:30 Uhr,

zakk | Fichtenstrasse 40 | Düsseldorf

Lesenswerte Texte, die vom Referenten auf der Veranstaltung ausgeteilt wurden

Die Ukraine, imperiale Interessenpolitik und die Linke - eine Wortmeldung der Interventionistischen Linken

Wir melden uns zu den Ereignissen in der Ukraine zu Wort, auch wenn wir über die Frage der richtigen Strategie und der richtigen Bündnispartner_innen für Antikriegsaktionen nicht in allen Details einig sind. Wir hegen ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber einfachen Antworten, gegen die Tendenz, entweder für den Westen oder für Russland sein zu sollen, für oder gegen den Maidan oder Anti-Maidan, für oder gegen die umstrittenen Montagsmahnwachen.
An den Antikriegsdemonstrationen am 31. Mai werden wir uns beteiligen, schreiben hier aber keinen „Aufruf“, sondern einen Kommentar, in dem wir unsere Überlegungen zum Ukrainekonflikt zur Diskussion stellen. Sie markieren einen Zwischenstand unserer eigenen, auch mit und in diesem Kommentar fortgesetzten, Diskussion.

Erstes Tagesseminar von see red! Interventionistische Linke Düsseldorf

Von „Imperialismus“ ist heutzutage nur noch selten die Rede. Dabei spielte der Begriff lange Zeit eine wichtige Rolle in linken und wissenschaftlichen Debatten. Imperialismus wurde dabei meist als eine besondere historische Ausformung oder Phase im Kapitalismus verstanden. Aber taugt dieser Begriff immer noch für eine kritische Analyse? Und wieso stellen wir diese Frage genau jetzt?

Die öffentlichen Ankündigungen verschiedener bundesdeutscher SpitzenpolitikerInnen lassen tief blicken: Auf der Münchener Sicherheitskonferenz forderte Bundespräsident Joachim Gauck Anfang Januar, Deutschland solle sich militärisch stärker einmischen – im Klartext: Mehr Kriege führen. Die dafür zuständige Ministerin Ursula von der Leyen pflichtete ihm bei und sprach auch offen über wirtschaftliche Interessen als Motiv für eine verstärkte Orientierung der deutschen Militärpolitik auf den afrikanischen Kontinent: „Ein boomendes Afrika ist eine Chance, gerade für ein Land mit einer so starken Exportwirtschaft“, so Kriegsministerin von der Leyen im Januar 2014.

Höchste Zeit also, sich zu fragen, was an den Imperialismustheorien hilfreich ist, um solche Aussagen und die Politik, für die sie stehen, zu begreifen und anzugreifen. In unserem Seminar wollen wir sowohl versuchen, uns den Begriff Imperialismus theoretisch zu erschließen, als auch konkreten Fragestellungen nachgehen. Wie wird Imperialismus überhaupt definiert, welche ökonomischen Bedingungen kennzeichnen diese spezielle Phase des Kapitalismus? Was ist ein „imperialistischer Staat“ oder ein „imperialistischer Krieg“? Handeln alle „imperialistischen Akteure“ einheitlich oder gibt es auch „inner-imperialistische Konflikte“? Gibt es so etwas wie ein „imperialistisches Zentrum“ oder ist Herrschaft heute dezentral und verstreut?

Was tun wenn's brennt? Antirepressionsveranstaltung

Vor kurzem gab es in Düsseldorf zwei Hausdurchsuchungen bei linken Aktivisten. Dies sind keine Ein­zel­fäl­le. Um so wich­ti­ger ist es dass wir uns gegen diese und andere Re­pres­si­ons­at­ta­cken schüt­zen. Neben Tipps zum Umgang mit Repression und dem Verhalten auf Demos wollen wir mit Euch an Beispielen diskutieren was Aussageverweigerung konkret in Situationen wie Verhör und Ingewahrsamnahme bedeutet und was bei einer Hausdurchsuchung zu tun ist. Über Sicherheitsmaßnahmen hinaus wollen wir aber auch über einen politischen Umgang mit Repression reden.

Wie können uns Solidarität und Öffentlichkeitsarbeit konkret vor Repression schützen? Wie können Solidaritätskampagnen und politische Prozessführung aussehen?

Über all das werden euch die Rote Hilfe Neuss-Düsseldorf, die Rechtshilfegruppe und see red! Interventionistische Linke Düsseldorf in­for­mie­ren. So­li­da­ri­tät ist eine Waffe!

22.5.2014 / 20 Uhr / Linkes Zentrum [hinterhof], Corneliusstr 108, Düsseldorf

Blockupy besucht bereits vor Aktionstag einige Textil-Läden in Düsseldorf

BLOCKUPY goes Königsallee

Heute, am 14. Mai, haben AktivistInnen einige Textil-Geschäfte auf der Düsseldorfer Königsallee besucht, um die dort arbeitenden KollegInnen über den am 17. Mai in Düsseldorf stattfindenden Blockupy-Aktionstag zu informieren. Das Flugblatt zur Aktion findet sich hier in Druckqualität, im folgenden dokumentieren wir den Text:

 

Eine Information des BLOCKUPY-Bündnisses für die Beschäftigten in einigen Textil-Geschäften auf der KÖ

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

am 17. Mai werden wir im Rahmen der europä­ischen BLOCKUPY Aktionstage 2014 auch einige der Läden, in denen ihr arbeitet, besuchen. Wir werden Arbeitsbedingungen hier vor Ort, aber auch in den Produktionsländern der Textilien, the­matisieren – und zu diesem Zwecke den Nor­mal­betrieb auf der Düsseldorfer KÖ, einer der um­satzstärksten Einkaufsmeilen Europas, mit klei­ne­ren Aktionen ein wenig stören. Unsere Aktionen richten sich selbstverständlich nicht gegen Beschäftigte oder Kund/innen, sondern gegen die Bedingungen, unter denen Textilien hergestellt und verkauft werden.

Die europäischen BLOCKUPY Aktionstage 2014 protestieren gegen die Krisenpolitik der EU, ge­gen den Alltag in Kapitalismus. Ein Alltag, der für viele Menschen zunehmend von prekären Be­schäf­tigungsverhältnissen und daraus resul­tie­ren­dem Stress und Konkurrenzdenken geprägt ist.

Blockupy-Aktionstag in Düsseldorf

BLOCKUPY Düsseldorf 17. Mai 2014 Logo

BLOCKUPY - am 17. Mai in Düsseldorf auf die Strasse

11:00 Beginn der angemeldeten Versammlung (DBG-Haus, Friedrich-Ebert- Str. 34-38, Nähe HBF)           

11:55  Flashmob von LISA NRW: „Chic im schwarzen Block - Sorgearbeit am Boden - Seximus markieren“       

12:00  Start der Demonstration (Friedrich-Ebert-Str. >>> Oststr. >>> Graf-Adolf-Str. >>> Graf-Adolf-Platz)

13:00  Ankunft an der Bühne, Kundgebung. Danach Aktionen des Zivilen Ungehorsams.                                                           

16:00  Abreise Richtung Flughafen                        

17:00  Beginn der antirassistischen Demonstration im Flughafen

20:00  Essen, Party und Konzert  Linkes Zentrum Hinterhof, Corneliusstr. 108, 40215 Düsseldorf (Straßenbahn 701, 707, 708)

Infos zu den Aufmärschen von NPD und PRO NRW am 1. Mai in Duisburg

Neofaschisten und Rassisten wollen den 1. Mai für ihre menschenverachtende Propaganda missbrauchen und Demonstrationen in Duisburg durchführen. Die extrem rechte PRO NRW verkündet "Um weiter Druck aufzubauen, damit die Räumung der Häuser sowie die Strafverfolgung durchgezogen werden, wird eine Lichterkette gegen Armutszuwanderung und Überfremdung stattfinden. Beginn wird um 18.30 Uhr an der Schwarzenberger Straße, Ecke Friedrich-Ebert-Straße sein!" Wir sagen: Gegen Rassismus und Antiromaismus!
Infoveranstaltung zu den Protesten gegen die Aufmärsche von NPD und Pro NRW von see red! interventionistische Linke Düsseldorfim Rahmen des Bündnisses Duisburg-stellt-sich-quer

Linkes Zentrum [hinterhof] | Corneliusstr 108 | Düsseldorf

offen ab 19 Uhr, Veranstaltung um 20 Uhr

 

see-red-Frauen berichten von ihrer Reise: Der Aufbau von demokratischer Selbstverwaltung in Türkisch-Kurdistan

Politik und Demokratie bedeutet mehr als die Beteiligung an Wahlen. Aber wie kann eine wirkliche Demokratie von unten innerhalb eines bestehenden Systems aussehen und praktiziert werden? Das kurdische Frauenbüro Cenî wird über die Versuche berichten, demokratische Autonomie in Türkisch-Kurdistan umzusetzen.
Anstatt auf Umsturz und Machtübernahme zu setzen wird in Kurdistan ein Modell einer „demokratischen, ökologischen und geschlechterbefreiten Gesellschaft“ favorisiert. Es findet der Aufbau von autonomen Räten, wie z.B. Frauenräten, Stadtteilräten statt als Parallelstruktur zu staatlichen Strukturen. Dieser Aufbau ist begleitet von massiver Repression seitens des türkischen Staates.

Vorrangiges Ziel der Demokratischen Autonomie ist es, allen gesellschaftlichen Gruppen und Identitäten basisdemokratische Organisierung zu ermöglichen. Dieser Demokratische Konföderalismus in Form einer „nichtstaatlichen, politischen Verwaltung“ oder als „Demokratie ohne Staat“, geht davon aus, dass Demokratie nur dort gedeihen kann, wo der Staat an Einfluss verliert.
In der Veranstaltung soll einerseits dargestellt werden wie der Aufbau demokratischer Strukturen stattfindet sowie der momentane Zustand, insbesondere nach der Kommunalwahl. Andrerseits sollen auch, neben der Repression, Probleme, Schwierigkeiten und Erfolge zur Sprache kommen um zu sehen, ob die kurdische demokratische Autonomie ein Modell für hier sein kann.

Eine Veranstaltung von I Furiosi, Cenî, see red! Interventionistische Linke Düsseldorf, Dissidenti Ultra und Infocafé

Linkes Zentrum [hinterhof] | Corneliusstr 108 | Düsseldorf

offen ab 19 Uhr, Veranstaltung um 20 Uhr

vio.me-Arbeiter aus Saloniki trotzen der Krise: Wir brauchen keinen Chef, sondern Solidarität.

VIO.ME - DER SELBSTORGANISIERTE BETRIEB

Das Griechenland Solidaritäts Komitee Köln wird das Vio.Me-Projekt vorstellen und seine Entwicklung mit Videos aufzeigen.

Früher haben Arbeiter der Fabrik Viomichaniki Metaleftiki - kurz Vio.Me - aus Thessaloniki in Nordgriechenland Kacheln und Fugenkleber produziert. Im Zuge der Krise zahlte ihr Chef die Löhne nicht mehr und am Ende hat er sich aus dem Staub gemacht. Vio.Me ist laut griechischen Medienberichten eine Tochterfirma des Unternehmens Philkeram-Johnson, dessen Direktor im Jahr 2012 verhaftet wurde, weil er Mehrwertsteuer und Sozialbeiträge in Millionenhöhe nicht abgeführt hatte.

Als die Firma Vio.me pleite gehen sollte, haben sich die Arbeiter jedoch nicht arbeitslos gemeldet, sondern die Fabrik im Februar 2013 kurzerhand besetzt. Seitdem führen sie den Betrieb selbstverwaltet und direktdemokratisch weiter und produzieren jetzt umweltfreundliche Reinigungsmittel. Vom Staat und den etablierten Gewerkschaften haben sie bisher nicht die gewünschte Unterstützung erfahren. Aber sie erhalten Solidarität von engagierten Menschen in Griechenland und aus anderen Ländern. Und hoffen, dass ihr Beispiel Schule macht, als Alternative zum Sozialabbau infolge der Schuldenkrise in Griechenland.

Veranstalter: isl Düsseldorf, Mittwochsfrühstück der Erwerbslosen und prekär Beschäftigten, see red! Interventionistische Linke Düsseldorf in Kooperation mit zakk

Eintritt frei.

19.5.2014 / 19:30 Uhr / zakk, Fichtenstr. 40, Düsseldorf

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